Beratungshilfe

Für jeden Bürger besteht die Möglichkeit, Beratungshilfe in rechtlichen Angelegenheiten für die Beratung bei einem Rechtsanwalt gegen Entrichtung eines Betrages in Höhe von 10 € an diesen, in Anspruch zu nehmen. Es handelt sich hierbei um eine staatliche Hilfe, die man lediglich außerhalb eines gerichtlichen Verfahrens erhalten kann, etwa für eine anwaltliche Beratung und für die Korrespondenz mit dem Gegner.

Was umfasst die Beratungshilfe?
Grundsätzlich umfasst die Beratungshilfe den rechtlichen Rat und die damit zusammenhängenden Maßnahmen, Hilfen und Unterstützungen. Sie wird gewährt bei allen zivilrechtlichen Angelegenheiten. Für familienrechtlichen Angelegenheiten wird sie u. a. gewährt für Fragen rund um die Themen Scheidung, Unterhalt und Kindschaftssachen.

Wer hat Anspruch auf Beratungshilfe?
Ein Anspruch auf Beratungshilfe besteht, wenn dem Rechtssuchenden für ein gerichtliches Verfahren Prozesskostenhilfe, bzw. Verfahrenskostenhilfe zu gewähren wäre, ein gerichtliches Verfahren jedoch nicht eröffnet wurde.

Wie beantragen Sie die Beratungshilfe?
Suchen Sie zunächst das Amtsgerichts Ihres Wohnortes z. B. Amtsgericht Köln auf.
Die zuständige Stelle für Köln befindet sich in der Luxemburger Str. 101, Raum 329, 3. Etage (Abt. Rechtsantragsstelle).
Dort schildern Sie dem zuständigem Rechtspfleger Ihr juristisches Problem. Außerdem müssen Sie Ihre Vermögenslage offen legen. Möglicherweise kann Ihnen der Rechtspfleger selbst weiterhelfen und Ihnen die gewünschten Informationen geben oder eine Beratungsstelle benennen. Ist er dazu nicht in der Lage stellt er Ihnen einen Berechtigungsschein aus, mit dem Sie den Anwalt Ihrer Wahl aufsuchen können.

Was müssen Sie auf dem Antragsformular angeben?
Zunächst sind Sie verpflichtet, Angaben zu Ihrer Person zu machen. Sie sollten Ihren Personalausweis vorlegen, sowie aktuelle Angaben über Ihr Einkommen in Form einer Lohn- oder Gehaltsabrechnung, sowie Steuerbescheide. Erhalten Sie Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe, sollten Sie Bescheide darüber vorlegen. Zudem werden Sie gebeten, Ihr Vermögen bzw. einzelne Vermögensgegenstände, also eventuell vorhandene Sparbücher oder Geldanlagen zu benennen. Es wäre hilfreich, wenn Sie einen aktuellen Kontoauszug eines gesamten Monates bei sich hätten. Außerdem sollten Sie Angaben zu Ihren Wohnkosten und möglichen Unterhaltsleistungen für gesetzliche Unterhaltsberechtigte machen. Falls Belastungen wie eine Körperbehinderung, eine hohe Ratenzahlung, Pfändungen oder Darlehen bestehen, sollten Sie diese mitteilen.

Was tun Sie, nachdem Sie den Berechtigungsschein erhalten haben?
Nachdem Sie beim Amtsgericht Beratungshilfe beantragt haben, erhalten Sie den Berechtigungsschein für eine Beratungshilfe bei einem Rechtsanwalt. Wenn Sie diesen nun in unserer Kanzlei vorlegen, müssen Sie lediglich den Betrag in Höhe von 10 € entrichten.
Wir bitten Sie, den Berechtigungsschein beim Amtsgericht zu besorgen, bevor Sie sich an uns wenden, denn ohne diesen entstehen wesentlich höhere Kosten, die von Ihnen selbst zu tragen sind.

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